Ihre Fragen zur Abwasserentsorgung und Gebührenabrechnung
Brunnennutzung – Spielregeln ohne Eigentor
Die Nutzung eines Hausbrunnens ist eine Möglichkeit, die Ressource Trinkwasser zu schonen. Hierzu wird über einen Hausbrunnen gefördertes Wasser zur Gartenbewässerung genutzt. Wer darüber hinaus das Brunnenwasser auch im Haushalt oder zur Poolbefüllung nutzt, hat einige Spielregeln zu beachten, sonst wird aus dem Ziel der Kosteneinsparung schnell eine hohe Kostenlast.
Hier die häufigsten Nutzungsarten von Brunnenwasser:
• Gartenbewässerung: Häufigster und unkomplizierter Zweck.
• Brauchwasser im Haus/zur Poolbefüllung: Nutzung für Toilettenspülung oder Waschmaschine. Hierbei müssen Rohrsysteme strikt von der Trinkwasserhausinstallation getrennt sein. Gechlortes Poolwasser ist für die Gartenbewässerung ungeeignet und wird in das Kanalnetz entsorgt. Die separate Mengenerfassung über einen Wasserzähler (Unterzähler) ist vorgeschrieben.
• Trinkwassernutzung: Brunnenwasser darf in Deutschland grundsätzlich nicht ohne Weiteres als Trinkwasser genutzt werden – vor jeglicher Nutzung sind mikrobiologische und chemische Analysen beim zuständigen Gesundheitsamt einzureichen. Vorrang hat die öffentliche Trinkwasserversorgung vor der Eigenversorgung. Nähere Auskünfte gibt Ihr Trinkwasserversorger.
Beim AZV Landwasser gilt: Die Nutzung von Brunnenwasser mit Abwasseranfall bedarf nach § 7 Abs. 9 i.V. m § 13 (1) Nr. 2 der Abwassersatzung des AZV Landwasser in seiner gültigen Fassung der Beantragung und Genehmigung. Zugleich darf die Nutzung des Brunnenwassers nur mit eingebautem separatem Wasserzähler erfolgen, § 42 (1) Nr. 2, (2) der Abwassersatzung. Das entsprechende Formular kann u.a. unter www.azv-landwasser.de heruntergeladen werden.
Verstöße stellen eine Abgabenhinterziehung dar, da Abwasser ungemessen eingeleitet und damit auch nicht abgerechnet wird. Eine Abgabenhinterziehung ist strafbar. Nähere Auskünfte erteilt der Gebschäftsbesorger WAL-Betrieb zu den Sprechzeiten der Geschäftsstelle oder gern auch per Mail an info@azv-landwasser.de.
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Grubenleerung
Wer leert meine Grube?
Gem. § 3 (1) AbwS besteht die Benutzungs- und Überlassungspflicht. D. h., dass auch das in Gruben gesammelte Abwasser dem AZV-L zur Entsorgung zu überlassen ist. Bei Notwendigkeit ist der Leerungsbedarf dem AZV-L anzuzeigen. Dies kann telefonisch oder schriftlich geschehen. Der AZV-L wird dann ein Unternehmen (z. Zt. Fa. Berndt) mit der Leerung beauftragen. Den Gebührenbescheid erhält der Grundstückseigentümer vom AZV-L. Informationen zu den Gebührenhöhen erhalten Sie hier. ( link zu § 44 AbwS)
Mobile Fäkalentsorgung Fa. Berndt : 035854682150
Rohr- und Kanalservice Dietmar Berndt, Löbau GmbH, Herwigsdorfer Str. 43 in 02708 Löbau
Gebührenabrechnung
Welcher Maßstab gilt für die Grundgebühr bei der zentralen Entsorgung?
Im Verbandsgebiet des AZV-L wird die Grundgebühr bei der zentralen Entsorgung nach dem Maßstab Wohneinheit berechnet.
Als Wohneinheit gilt die Zusammenfassung einer Mehrheit von Räumen, die in ihrer Gesamtheit so beschaffen sein müssen, dass sie die Führung eines selbständigen Haushalts ermöglichen. Grundsätzlich erforderlich ist das Vorhandensein der notwendigen Nebenräume, wie Küche, Toilette und eine besondere Waschgelegenheit. Die WE muss gegen andere Wohnungen und Wohnräume in sich abgeschlossen sein und einen selbständigen Zugang aufweisen. Für die gewerbliche und sonstige Benutzung der öffentlichen Abwasserentsorgungsanlagen wird die Grundgebühr in Abhängigkeit der Trinkwasserzählergröße erhoben.
Wie wird die Abwassermenge, welche den Abwassergebühren zugrunde liegt ermittelt?
Als angefallene Abwassermenge und somit Grundlage für die Abwassergebühren gilt gem. § 42 AbwS der Verbrauch nach dem öffentlichen Trinkwasserzähler. Bei der Nutzung von Brauch- bzw. Brunnenwasser kommt der mithilfe eines Zwischenzählers ermittelte Verbrauch hinzu bzw. stellt die Bemessungsgrundlage dar.
Soweit eine öffentliche Trinkwasserversorgung nicht vorliegt und das über Brauch- bzw. Brunnenwasser bezogene Frischwasser auch nicht über Zwischenzähler erfasst wird, erfolgt eine Schätzung der Verbrauchsmenge. Dabei wird ein spezifischer Verbrauch von 40 m³ pro Kopf und Jahr in Ansatz gebracht (§ 42 Abs.3 AbwS).
Können Wassermengen, die nicht in die Kanalisation gelangen, wie z. B. Gießwasser vom Gesamtverbrauch abgesetzt werden?
Gem. § 43 AbwS ist dies möglich. Hierfür hat der Gebührenschuldner einen Nachweis mittels eines geeichten Zwischenzählers zu erbringen. Der Einbau eines sog. Absetzzählers ist dem AZV-L anzuzeigen.
Folgende Angaben sind notwendig:
- Zählernummer,
- Exaktes Einbaudatum,
- Einbauzählerstand sowie
- Eichzeit des Zählers.
Gern können Sie zu diesem Zweck auch unser vorbereitetes Formular verwenden, das Sie hier finden. (ß link zum Formular)
Durch den AZV-L werden diese Daten an die SOWAG mbH weitergeleitet, so dass der Zwischenzähler auf der Ablesekarte, welche zum Jahresende durch die SOWAG mbH versandt wird, ebenfalls erscheint und mit abgelesen werden kann. Die mit diesem Zwischenzähler ermittelte Menge wird dann vom Jahresgesamtverbrauch abgezogen und nicht mit Abwassergebühren belegt.
Bei landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung kann die abzusetzende Menge auch pauschal ermittelt werden. Hierfür gelten die Umrechnungsschlüssel für Tierbestände in Vieheinheiten. Auf den § 43 (3) AbwS sowie die Anlage 1 zur AbwS wird hingewiesen. Zu beachten ist dabei, dass die Anzahl der Tiere anhand eines aktuellen Bescheides der Sächsischen Tierseuchenkasse nachgewiesen werden muss.
Wie verhalte ich mich im Falle eines Wasserrohrbruches?
Zunächst gilt es, den Mehrverbrauch festzustellen. Meist lässt sich dies im Vergleich der Vorjahresverbräuche feststellen. An den AZV-L ist dann ein schriftlicher Antrag mit genauer Bezeichnung der Abwassermenge zu stellen. Jeder Antrag wird individuell behandelt und durch den Verbandsvorsitzenden oder ggf. durch den Verwaltungsrat entschieden. Die Entscheidung wird durch den AZV-L selbstverständlich dem Antragsteller, zugleich aber auch der SOWAG mbH zur weiteren Bearbeitung zugestellt.
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